P200MMX Rechner startet nicht

  • Hallo zusammen,


    Mein erster richtiger Post und gleich ein blödes Problem.

    Mein Retro Rechner startet nicht, wenn ein P200MMX im Sockel steckt.

    Setze ich einen ollen P75 ein startet der Rechner ohne Probleme.

    Es erfolgt also kein BIOS Post Beep und kein VGA Signal.


    Habe den Rechner mit folgenden Komponenten gebaut:

    ATX Tower mit ATX Netzteil und Steckerleiste für die Buttons am Tower.

    Board: Elitegroup P5SJ-A V1.1

    RAM: 64MB

    VGA: S3 Karte - PCI

    Festplatte: Seagate ST34342A

    CD-ROM: HP CD-Writer (beliebig)

    Sound: Soundblaster Pro 2


    Das seltsame ist aber, dass es erst fehlerfrei mit dem MMX200 lief. Keine Fehler, alles ok.

    Irgendwann nach ein paar Stunden testen (SetMul Tool und BIOS Einstellungen zum runtertakten) musste ich mal einen Reset machen, danach ist der Rechner nicht mehr gestartet.

    Alles nochmal geprüft, Jumper sind wohl alle richtig gesetzt. Mehrfach versucht den Rechner nochmal zu starten - erfolglos.

    Dann hatte ich einfach mal einen P75 eingesetzt und der Rechner startet wieder ohne Probleme (Jumper natürlich vorher konfiguriert).


    Erst einmal froh, dass der Rechner wieder lief, hatte ich nach einiger Zeit nochmal auf den P200MMX gewechselt.

    Zu meinem Erstaunen lief der auch wieder fehlerfrei - dachte ich.

    Denn nach 1-2 Stunden hatte ich wieder das gleiche Fehlerbild und das blieb dann leider auch so. :thumbdown:

    Aktuell funktioniert der Rechner nur mit dem P75. (Ich hätte noch einen P133, den habe ich aber noch nicht in diesem Board getestet)

    Gestern ist noch ein "Ersatz" P200MMX angekommen, den habe ich allerdings noch nicht eingesetzt.


    Jetzt habe ich die Vermutung, dass entweder wirklich der erste P200 irgendwie Schrott ist, oder aber irgendwas mit der Vio Spannung am Board nicht stimmt.

    Wo kann ich die Spannung am besten Messen, um sicher zu gehen?


    Was sagen die Profis hier dazu?

  • Wenn Du keine Lust hast alle zu wechseln, dann würde ich mindestens die in der CPU Stromversorgung tauschen. Die ganz kleinen 10µF Beipass an den Slots sind erst mal weniger wichtig, kann aber theoretisch natürlich jeder im Kreis sein, der schwächelt und ausreichende Schwankungen verursacht.

  • Dann werde ich mal einen kompletten Kondensator Wechsel auf die Liste setzen und schon mal die Lupe bereitlegen. ^^

    Bevor ich den Kram einmal wechsle, würde ich aber einmal am liebsten die Spannung vorher messen.

    Wo kann ich das am besten und am einfachsten machen? Habe jetzt nicht die feinsten Messspitzen - eher Standard.

  • Hier findest Du Pinout der CPU. Du kannst die Spannung entweder direkt da dran messen, oder an der Versorgung. Allerdings wirst Du da wahrscheinlich wenig sehen, wenn die die CPU meistens läuft. Scheinbar kommt es irgendwann zu einem Moment, wo die Werte instabil werden. Ich würde sagen, wenn Du die Elkos ausbaust und misst, wirst Du eher sehen, ob die in Ordnung sind.

  • Hatte gestern Abend nochmal den gleichen Effekt. P75 für ca. 30 Minuten in Betrieb gehabt, dann nochmal auf denn 200er gewechselt. Rechner startete und lief stabil.

    Heute morgen direkt mit dem 200er gestartet, lüppt net - wieder gleicher Fehler.


    Also werde ich erstmal die 10 großen Kondensatoren versuchen zu wechseln. Müsste eigentlich auch mit ner breiten Lötspitze und Litze funktionieren oder?

    Traue meiner Entlötstation zZ nicht mehr so recht.

  • Alles machbar, aber mit 'ner Litze ist es echt ein Krampf, da bist Du wahrscheinlich bei jedem Elko eine Stunde unterwegs. Die Pentium Boards haben angefangen bleifreies Lötzinn zu verwenden, dabei sind die PCBs dicker geworden mit mehr Masseflächen innen drin. Wenn Du möchtest, dass das Board es möglichst heil übersteht, Heißluft und Entlötstation, oder wenigstens Pumpe.

  • @scrop Widerspruch !


    Bleifreie Lötzinn ist erst in späte Pentium 4 /Core2Duo Zeitalter eingeführt.

    RoHs-Verordnung ist erst in 2004 eingeführt und Pentium MMX und so ist schon zur Jahrtausendwende eher alte Suppe.

    Es dürfte bis 2006 bleihaltige Lötzinn verwenden, danach nicht mehr, nur Medizin und Militär dürfte weiternutzen.

    Wobei Medizintechnik dürfte auch nicht mehr bleihaltige Lötzinn überall nutzen, nur noch wenige Stelle dürfte mit blei gelötet.


    alte Elko entlöten geht, aber Lötaugen freisaugen ist schon recht lästig.

    Was auch gut geht, Mainboard vorwärmen .


    Grüss

    Matt

  • Ich hatte schon Pentium Boards, die bleifrei waren auch bevor es eine Verordnung gab. RoHS ist zwar später Pflicht geworden, aber auch vorher gab es viele Hersteller, die das auch ohne Pflicht gemacht haben. Jedenfalls, RoHS hin oder her, das bleifreie Zinn ist nicht wirklich ein Problem, vor allem, weil man meistens sowieso etwas Lötzinn dazu gibt. Das Problem sind wirklich die Dicke der PCBs und große Masseflächen. Wie matt auch meine Aussage bestätigt, mit der Heißluft geht es am besten.

  • Es gibt auch moderne Boards da muss man den Lötkolben nur andeuten und die Komponenten fallen praktisch vom Board, bei anderen (hier habe ich MSI als Negativbeispiel in Erinnerung) wollen die Elkos selbst nach einer Minute mit 450°C und 65W trötz massig frischem Flussmittel und Lötzinn nur sehr widerwillig weg und da ist keine Massefläche hinter und es betrifft beide Pole. Ich vermute mal das in den Lötaugen zuviel stumpfes Lot war an das das frische Flussmittel nicht rankam. Letztendich habe ich den Elko abgerissen und von beiden Seiten frisches Lötzinn zugeführt, das hat geholfen.

    Compaq Deskpro 286n/12MHz - 1MB - 40MB HDD - 3,5" Floppy //
    Panatek 386DX33 - 80387 - 8MB - 504MB CF2IDE - 5.25" & 3,5" Floppy - SB Vibra - NIC - 512Kb VGA //
    486DX2-66 - 16MB - 4GB CF2IDE - 5,25" & 3,5" 2,88MB Floppy - DVD - SB Vibra - NIC - 1MB CL VLB VGA //
    Intel Pentium 233MMX - 64MB - 16GB CF2IDE - 3,5" Floppy - DVD - SB AWE64 - NIC - 3Dfx Voodoo Banshee//
    Intel Pentium III 600MHz - 256MB - 4GB CF2IDE - 3,5" Floppy - DVD - SB AWE64 - NIC - 3Dfx Voodoo 3 3000 //

  • Ohne punktuelles Anwärmen mach ich gar nix mehr, Backofen könnte klappen aber da wird auch der Kunststoff und alles andere (unnötig) erwärmt.

    Erwärmen mit einer Heißluftpistole auf kleiner Stuffe, frisches Lötzinn und Flux wirken Wunder. Und wenn das Bauteil dann immer noch festhängt obwohl eig alles „abgesaugt“ ist hilft nochmal erwärmen meist mehr als an den Pins kalt herum zu wackeln oder mit Gewalt Traces zu ruinieren.


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  • Ich hatte schon Pentium Boards, die bleifrei waren auch bevor es eine Verordnung gab. RoHS ist zwar später Pflicht geworden, aber auch vorher gab es viele Hersteller, die das auch ohne Pflicht gemacht haben. Jedenfalls, RoHS hin oder her, das bleifreie Zinn ist nicht wirklich ein Problem, vor allem, weil man meistens sowieso etwas Lötzinn dazu gibt. Das Problem sind wirklich die Dicke der PCBs und große Masseflächen. Wie matt auch meine Aussage bestätigt, mit der Heißluft geht es am besten.

    Freiwillig steigt Frima nicht auf bleifreie Lötzinn um, das ist in allem sehr ungünstig Eigenschaft. Ich kann mich gut an viel Problem in Fertigung in dieser Zeitraum erinnern.

    Ich denk eher: Pentium Brett mit "bleifreie " Zinn , da ist Lötzinn gepanscht und fehlende "Thermal gap" bei Masse-Fläche.

    Meine frühe Schrottsammeltätigkeit-Erfahrung sagt: keine Socket 7 Brett ist bleifrei. Höchest bei industrielle Sockel 7 Bretter kann ich vorstellen.
    Selbst von mir angebotene SBC mit Intel 430TX und AMD K6-2 mit Datumscode 2006 ist nicht bleifrei. Das von Frima iEi, der früh an Umweltschutz denkt.

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