Mein Retro-Einstieg: Pentium I wieder fit machen

  • Die Vorgeschichte

    Wie schon hier kurz erwähnt sitze ich seit ein paar Wochen daran, den ersten PC, mit dem ich in Berührung gekommen bin, wieder flott zu machen.


    Gekauft wurde er 1997 und sollte von einem Familienmitglied vorrangig für Unikram benutzt werden. Zum Glück durfte ihn der Rest der Familie auch nutzen und deshalb hatte ich die Möglichkeit, ganz viel daran zu lernen und auszuprobieren (und zu zocken 8)). Um das Jahr 2000 rum ist er dann an mich abgetreten worden, weil sich in der Familie was Neues angeschafft wurde. Ich hatte ihn dann noch bis Frühjahr 2003 in Betrieb, bis dann mein XP-System bei mir Einzug gehalten hat. Irgendwann danach habe ich seine Festplatte mal als Sekundärplatte in meinen XP eingebaut und mir davon ein Backup gezogen, das ich bis heute in Ehren gehalten habe. Cliffhanger: Das soll sich noch im weiteren Verlauf des Textes als nützlich erweisen :D.


    Vor über 10 Jahren hatte ich ihn nochmal am Strom und da fuhr er nicht mehr hoch. Es gab immer wieder ein komisches Geräusch und damals hatte ich schon die Festplatte im Verdacht. Da sich da nichts machen lies, blieb der Rechner also weiter in der Ecke stehen - bis jetzt.


    Durch gewisse Anreize aus meinem Umfeld hatte ich vor ein paar Wochen Lust, nochmal nach "Dewie" zu schauen. 6502 hier aus dem Forum ist mir mit Tipps und Tricks zur Seite gesprungen. Nach Vorwarnungen wie "es kann höchstens etwas knallen" :/ hab ich mich dann auch mal getraut, den Einschaltknopf zu drücken.


    Die Hardware-Stats


    Board MSI MS-5129
    CPU P54C 166MHz
    RAM 96 MB
    Grafik ATI Mach64VT mit 2MB
    HDD 2 GB Quantum Fireball






    Die Ausgangssituiation

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    Ich höre ganz viele nicht gute Pieptöne, die Platte läuft an und stoppt nach ein paar Sekunden, was mir wieder mit Gepiepse quittiert wird. Dann bleibt der Bildschirm schwarz und es geht nichts mehr. Nachdem ich die Hardware nochmal geprüft habe und die Graka anscheinend nicht richtig in ihrem Slot saß, komme ich wenigstens ins BIOS. Die Festplatte wird nicht erkannt. Außerdem blinkt ein mir völlig unbekanntes Lämpchen unten drunter in einem unentzifferbaren Code.




    Der Weg der Quantum


    Nach Recherche im Netz kommt die Ahnung auf, dass da eventuell die Schreib-bzw. Leseköpfe festhängen und die Platte deshalb stoppt. Nachdem leichte Gewalteinwirkung um die Köpfe zu lösen nicht funktioniert (ich gebe zu, ich habe mich auch nicht wirklich getraut), übernimmt 6502 die Platte. Und er schafft es tatsächlich, sie wieder ans Laufen zu bekommen (Zitat: "Köpfe konnte ich lösen durch sanftes Zureden" ^^ ...). Eine erste Prüfung mit Scandisk meldet leider jede Menge Fehler und eine Reparatur ist nicht möglich. Eventuell hat einer der Köpfe das Festhängen nicht überlebt.


    In einem weiteren Anlauf klappt dann aber doch noch die Magie: Er setzt die Platte in einen seiner Tower, formatiert sie und schließt die defekten Sektoren aus. Nach einer frischen Installation von Windows 95B (wohlgemerkt mit original Key von damals, der ist nämlich noch im Familienbesitz :D) haben wir ein schönes frisches System, mit dem man arbeiten kann. Die Quantum kommt danach zu mir zurück und wird wieder in Dewie eingebaut.



    Danach kommt der "Kleinkram"


    Ein großer Schritt ist also getan. Jetzt geht's darum, den Rest wieder fit zu machen. Das Diskettenlaufwerk, das noch in meinem XP mitlief und gerade nicht an Dewie verkabelt ist, wird angeschlossen. Das CD-ROM-Laufwerk, das sich sträubt, sich zu öffnen, bekomme ich noch mit dem alten Büroklammer-Trick auf. Auch wenn es sich sagen wir mal etwas seltsam verhält, kriegt es sich nach ein paar Minuten doch irgendwie wieder ein. Weißt jemand zufällig, was das war (siehe Video, man beachte das wunderschöne Festplattengerattere im Hintergrund :thumbup:)?


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    Mein altes Backup des Rechners habe ich inzwischen auf zwei CDs gebrannt (in mehreren Versuchen, nachdem erste Versionen vom Laufwerk nicht erkannt wurden und ich ein passendes Brennprogramm suchen musste) und erste Daten probeweise via DOS auf die Quantum kopiert. Das wäre der jetzige Stand, mit dem es weitergehen kann.



    Meine ToDos für die kommende Zeit sind:

    • Das Odin-Modul erneuern
    • Passende Schrauben für das Diskettenlaufwerk finden, die jetzigen sind nicht original und zu lang, so dass es sich leider vor und zurück bewegen kann
    • mein altes Backup komplett wieder aufspielen, was hoffentlich auch funktioniert
    • evtl. einen alten hp Scanjet 5p kaufen, wie wir ihn in der Familie damals an dem Rechner in Betrieb hatten


    Danke nochmal an die tatkräftige Unterstützung von 6502! Selbst, wenn ich den Rest nicht mehr hinbekomme, ist das Wichtigste schon geschafft, denn Dewie lebt. Und dabei ist es mir auch fast egal, wie lange die Quantum noch macht, denn wir haben sie einmal wiederbelebt bekommen und das ist schon ne richtig tolle Sache :saint:.

    Remember the new number: 0118 999 881 999 119 725 ... 3 :D

    7 Mal editiert, zuletzt von Dewie () aus folgendem Grund: Projektstand im unteren Textbereich aktualisiert

  • ...sehr schöne Beschreibung, auch das Herzblut in der Aktion kommt rüber. Gratuliere zum neuen Alten ;)


    Grüsse, duncan

    "..seid ihr in etwa Anarchisten" "Nein, SOWEIT entwickelt sind wir noch nicht" (R.A.Wilson)


    JEDE Zentralisierung ist Machtmissbrauch!!


    ...ich kann IMMER Iomega ATAPI ZIPs brauchen - schaut doch mal nach bitte ;)

  • Das machst du toll! Und schön, dass der liebe 6502 deine Platte wieder zum Laufen bekommen hat :)


    Zun Glück ist das ODIN-Modul gesockelt. Laut Nummer könnte es hierzu kompatibel sein:

    dosreloaded.de/forum/index.php?thread/2040/

    Eine saubere und elegante Lösung.

  • Sehr schöner Bericht :D Bitte lass uns wissen, wie es mit Dewie weiter geht. Wobei, ich werds vermutlich vorher schon wissen :D


    Ach und falls Du kein Schräubchen findest. Du weißt ja wo mein Keller wohnt :P


    H.EXE lol, dass das odin gesockelt ist, seh´ ich ja jetzt erst auf dem Bild, nachdem Du es erwähnst :D Und ich überleg schon die ganze Zeit, wann wir die Lötaktion starten sollen :D

  • Zun Glück ist das ODIN-Modul gesockelt. Laut Nummer könnte es hierzu kompatibel sein:

    Eine saubere und elegante Lösung.

    Ich bin für den Forenbereich nicht zugelassen, kann mir aber vorstellen, was dahintersteckt 8) ich hatte schon ein wenig hier im Forum gestöbert und da wurden ja teilweise verschiedene Lösungen für die Module vorgestellt.


    Sehr schöner Bericht :D Bitte lass uns wissen, wie es mit Dewie weiter geht. Wobei, ich werds vermutlich vorher schon wissen :D


    Ach und falls Du kein Schräubchen findest. Du weißt ja wo mein Keller wohnt :P


    H.EXE lol, dass das odin gesockelt ist, seh´ ich ja jetzt erst auf dem Bild, nachdem Du es erwähnst :D Und ich überleg schon die ganze Zeit, wann wir die Lötaktion starten sollen :D

    Tja, also an sich sehr gerne :D. Ich würde mich ja mit Chips daneben setzen, gebannt zusehen und Dinge lernen, aber es ist immernoch dieses blöde Corona. Außerem könnte ich mit fettigen Fingern (wegen der Chips) nicht in die Nähe einer Retrorechner-Sammlung gehen, das ginge ja gar nicht. Da bleibt also nur warten und dann ohne Chips irgendwann vorbeischauen.

    Remember the new number: 0118 999 881 999 119 725 ... 3 :D

    Einmal editiert, zuletzt von Dewie ()

  • Zun Glück ist das ODIN-Modul gesockelt.

    Moment, woran sehr ihr auf dem Foto oben den Unterschied zwischen gelötet und gesockelt? Und gesockelt scheint gut zu sein, ich hatte mich drauf eingestellt, dass wir das erstmal mit mehr Aufwand vom Board trennen müssen. Puh!

  • Dewie


    Lob und Anerkennung für deine wirklich sehr ausführliche Rechnerbeschreibung mit allem drum und dran!...


    Hierfür mein Prädikat:

    :-gssauna

    :freak RetroComputerPoPe - Dr. (Ehrenhalber) Darius von Bernstein - Grünstein - Lötstein :freak


    * Bezwinger der EIZO ( ͡° ͜ʖ ͡° ) *


    Päpstlicher DOSianer mit mittlerweile jeder DOS-Architektur (XT/286/386/486/586/686...)
    Status: Don't mess with the RetroPoPe / Erweiterter Amateur mit der unoffiziellen Bräter-Lizenz *g*

  • Hut ab besser wie Darius hätte ich das auch nicht ausdrücken können 🙂👍

    Immer toll solche Beiträge zu sehen bei denen man etwas mitfiebern kann 😎

    1. K6-2+ 400, 128 SDRAM, Elsa Erazor II, USB Onboard, 80GB HDD, SB AWE64 (WIN98se)

    2. P1 133, 64MB PS/2, Matrox 4MB + Voodoo 4MB, CD-Wechsler 4x

    3. Tandon 286, 8Mhz, 1Mb Ram+3MB XMS, TVGA9000a 512Kb, SB CT2940->IDE Quadspeed-CD, Realtek 8019AS, XTIDE+1GB CF (DOS 6.22 2x2GB)

    4. M326 486DLC + 4c87DLC, 8MB SIMM, TVGA8900c 1Mb, SBPro2, 8x CD, Compex RL2000a PNP+XTIDE Rom, GW2760ex 16GB CF (DOS 7.1)

    5. I7 6700K @4.5Ghz, 16GB DDR4, GTX1080, 250GB SSD + 512GB NVME

  • Eine Frage brennt mir seit gestern unter den Nägeln:


    Die Zahl, die beim Booten als Extended Memory aufgeführt ist, ergibt durch 1024 geteilt die gesamte Anzahl an Arbeitsspeicher in MB, stimmt das? Ich weiß, ich bekomme das auch anders raus, aber der Rechner ist gerade nicht in Reichweite und ich habe nur ein Foto von dem Screen X/

  • sind wohl 96MB. Vielleicht hatte mal jemand 32MB mit zusätzlich 64MB aufgerüstet?

    Mich irritiert die krumme Zahl. Ich kann mich nicht ans Aufrüsten erinnern, es stecken auf jeden Fall 4 Riegel. Die schaue ich mir morgen mal in Natura an 8).


    Edit: Laut schnellem Fotoabgleich sieht das nach 2x Single Sided und 2x Double Sided aus, kann das sein?

    Remember the new number: 0118 999 881 999 119 725 ... 3 :D

    2 Mal editiert, zuletzt von Dewie ()

  • ..klingt nach 2x16 und 2x32MB....


    Nachtrag: Da VX macht das keinen Sinn, nimm die 2x16 raus, dann wird zumindest alles gecached....

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  • Mich irritiert die krumme Zahl.

    Das war früher durchaus normal auch mal krumme werte zu haben, Speicher war teuer, da hat man nicht direkt den alten rausgeworfen und 128MB verbaut nur weils ne schöne "glatte" Zahl ist ;)

    Compaq Deskpro 286n/12MHz - 1MB - 40MB HDD - 3,5" Floppy //
    Panatek 386DX33 - 80387 - 8MB - 504MB CF2IDE - 5.25" & 3,5" Floppy - SB Vibra - NIC - 512Kb VGA //
    486DX2-66 - 16MB - 4GB CF2IDE - 5,25" & 3,5" 2,88MB Floppy - DVD - SB Vibra - NIC - 1MB CL VLB VGA //
    Intel Pentium 233MMX - 64MB - 16GB CF2IDE - 3,5" Floppy - DVD - SB AWE64 - NIC - 3Dfx Voodoo Banshee//
    Intel Pentium III 600MHz - 256MB - 4GB CF2IDE - 3,5" Floppy - DVD - SB AWE64 - NIC - 3Dfx Voodoo 3 3000 //

  • Mit der Aufschlüsselung macht die Zahl deutlich mehr Sinn. Ich hatte nicht so schnell gemerkt, dass das ein Vielfaches von 16 ist. Das ist mir dann schon vertrauter :). Mein XP-ler hatte meine ich 512 MB, da hätte ich tatsächlich nicht krumm zu gesagt, einfach, weil ich es gewöhnt bin.


    Nachtrag: Da VX macht das keinen Sinn, nimm die 2x16 raus, dann wird zumindest alles gecached....

    *hust* Kannst du mir das erklären? Über mir schwebt gerade ein sehr großes Fragezeichen X/.

  • Dewie wenn ichs richtig im kopf habe, können die verschiedenen chipsätze immer nur eine bestimmte speichermenge über den 2nd level cache des boards cachen, auch wenn das board mehr ram aufnehmen kann. Wenn der vx chipsstz also nur bis 64mb cachen kann, kann man zwar mehr verbauen, was aber ggf. zu lasten der performance geht.

  • ...genau das ...


    Nachschlag: Es sei denn, du packst nen K6-2+/III/III+ drauf, dann cached der Prozessor alles und L2 wird L3

    "..seid ihr in etwa Anarchisten" "Nein, SOWEIT entwickelt sind wir noch nicht" (R.A.Wilson)


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    Einmal editiert, zuletzt von duncan ()

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