Sony CDU33A SMD-Kondensatoren tauschen

  • Wachgerüttelt durch den SMD-Elko-GAU den beckenrand-schwimmer kürzlich widerfahren ist, habe ich mir mein SONY DoubleSpeed CD-ROM welches ich als Reserve herumliegenden habe mal genauer angesehen. In meinem M919-System habe ich das selbe Modell im Einsatz und dort war ebenfalls ein Kondensator weggammelt den ich ersetzen musste.


    Nun mal die Platine ausgebaut, und schon winken mir einige inkontinente Japanerinnen mit vollen Windeln entgegen. ;)


    Was wäre die erste Maßnahme bezüglich des ausgelaufenen Elektrolyts? Womit am besten reinigen?


    Wie sind die eckigen SMD-Kondensatoren links unten einzuschätzen? Ebenfalls kritisch? Wobei C101 und C112 auch Tonnen sind und lediglich in einer eckigen Umhausung stecken.


    . .

    2 Mal editiert, zuletzt von 919guy () aus folgendem Grund: Links hinzugefügt

  • die eckigen sind auch gefährdet (siehe z.B. GameGear) da die Bauform eigentlich innen normal rund ist mit einer eckigen Verpackung ;)


    ich würde die entweder gegen normale "flachgelegte" Elkos austauschen oder am besten durch Keramikkondensatoren ersetzen.


    Maßnahme bei ausgelaufenen Elkos Essig/Isoprop.Alk etc.

  • die eckigen sind auch gefährdet (siehe z.B. GameGear) da die Bauform eigentlich innen normal rund ist mit einer eckigen Verpackung ;)


    ich würde die entweder gegen normale "flachgelegte" Elkos austauschen oder am besten durch Keramikkondensatoren ersetzen.


    Maßnahme bei ausgelaufenen Elkos Essig/Isoprop.Alk etc.

    Essig nie zu lange einwirken lassen, ist ja eine Säure... Alkohol ist eher unkritisch, da neutral. Die GameGear-Elkos sind in der Tat einfach normale Elkos in einer Plastikpackung. Furchtbare Biester! Meine GameGears laufen jetzt seit bald 2 Jahren problemlos mit SMD MLCC... Auch wenn manche davon abraten, und zu neuen Elkos raten -- aber das ist teilweise ein Glaubenskrieg. In den Anwendungen hier ist das scheinbar eher unkritisch.

    root42 auf YouTube


    80486DX@33 MHz, 16 MiB RAM, Tseng ET4000 1 MiB, GUSar Lite & TNDY & SnarkBarker, PC MIDI Card + SC55 + MT-32, XT CF Lite, OSSC 1.6

  • Was wäre die erste Maßnahme bezüglich des ausgelaufenen Elektrolyts? Womit am besten reinigen?


    Wie sind die eckigen SMD-Kondensatoren links unten einzuschätzen? Ebenfalls kritisch? Wobei C101 und C112 auch Tonnen sind und lediglich in einer eckigen Umhausung stecken.

    Ausgelaufene Elkos mit Alkohol gründlich abwaschen. essig ist nicht nötig. Das Zeug ist wasserlöslich und mehr oder weniger PH-Neutral.


    Wie killaone schon geschrieben hat, sind die eckingen Elkos auch gefährdet, bzw. ist die Gefahr groß, dass auch diese auslaufen.


    Und ja, gut, dass du gleich nachgeschaut hast. Diese Elkos sind echt die Pest! Könnte mich immernoch Ohrfeigen, dass ich beim Compaq nicht schon vor paar Jahren nachgeschaut habe.

  • Nicht persönlich nehmen mit meine lachende Reaktion.

    Ich muß über meine Brainfart mit schrumpelige Japanerinnen mit Windel wieder wieder lachen (wie brennende Katze in Video* ( beckenrand-schwimmer und struuunz weiß bescheid) )


    Das mit SMD Elko, ich schreibe nie genug darüber.

    Hinweis: Jedere Gerät mit SMD Elko mit Baujahr bis 1993 ist quasi AUSNAHMLOS gefährdet (!) Erst Gerät mit Baujahr 1995 und später ist allgemein unproblematisch.
    Ich hatte Björn gesagt: " (Ich habe) gerade mehre Bilder angeguckt, Datumscode mitte 1993...100% SMD-Elkopest-Garantie"


    Grüß
    Matt

    * Katze in Video geht gut, kein Sorge :)

  • Alles gut matt ;)


    Die 3 schlimmen hab' ich schon mal von der Platine verbannt. Auch mal kurz mit Essigsäure benetzt - aber keine sichtbare Reaktion durch die Säure. Mit warmen Wasser gründlich abgepinselt.


       


       


    Ich sollte bestimmt noch etwas den aufgebeulten Lack von der Platine kratzen? Da ist bestimmt noch ausgelaufenes Elektrolyt darunter.

  • Ich würde die betroffenen Stellen z.B. mit einem Glasfaserstift vorsichtig blank machen, schauen ob unter dem Lack Schäden entstanden sind, diese gegebenenfalls ausbessern und anschließend mindestens mit Klarlack (Ich nehm immer Nagellack dafür, praktisch wenn man den eh da hat ;) ) neu versiegeln.

    Meine Posts enthalten meine persönlichen Meinungen und Erfahrungen.

    Es besteht kein Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit! :D


    Daily Privat: i5-10400F // 16 GB // 1x 512GB + 1x 1TB SSD - 2x var. HDD in Bays // GTX 1660 Super // Linux Mint 21.3

    Daily Work: HP EliteDesk 800 G4 SFF // i5-8500 // 32 GB // 480GB SSD // Win 10 Pro


    Retro 1: HP Vectra VL2 4/66 // 486 DX2-66 // 16 MB // 6GB // CL-GD5428 1MB // Vibra 16C // 3,5" & 5,25" Floppy // DOS 6.22 // WfW 3.11

  • bei SMD Elkopest reicht aus, mit Spümittel und Wasser zu säubern, denn das ist quasi nur "Salzwasser" Isoproponal ist natürlich besser.
    Aber ja, beschädigte Platinelack solltest du auch runtermachen.

    Einmal editiert, zuletzt von matt ()

  • Ich würde die betroffenen Stellen z.B. mit einem Glasfaserstift vorsichtig blank machen, schauen ob unter dem Lack Schäden entstanden sind, diese gegebenenfalls ausbessern und anschließend mindestens mit Klarlack (Ich nehm immer Nagellack dafür, praktisch wenn man den eh da hat ;) ) neu versiegeln.

    Glasfaserstift und Isopropanol hab' ich gerade bestellt. Spiritus hinterlässt ja immer einen weißen Film. Und Nagellack kann ich mir bei den Frauen des Hauses mal borgen wenn es soweit ist.




    Aber wie gut, dass du nachgeschaut hast! Noch 2 Jahre Lagerung und du hättest eine größere Reparatur vor dir gehabt...

    Ja, man sollte aus den Erfahrungen anderer Leute Lehren ziehen können.
    Und irgendwie mag ich dieses CD-ROM. Von daher möchte ich versuchen es zu erhalten.





    Hier die Auflistung der verbauten Kondensatoren auf der Platine.


    BezeichnungKapazitätSpannungBaugröße
    C315
    C316
    22μF6,3V⌀=4mm h=6mm
    C213
    C311
    C312
    10μF16V⌀=4mm h=6mm
    C214
    C215
    47μF16V⌀=6,3mm h=6mm
    C322
    C323
    C324
    100μF6,3V⌀=6,3mm h=6mm
    C104
    C113
    C130
    C156
    22μF10V6 x 3mm
    C10347μF10V6 x 4,5mm
    C102
    C105
    J685 = 6,8μF?ca. 3 x 1,5mm
    C110J475 = 4,7μF?ca. 3 x 1,5mm
    C114J335 = 3,3μF?ca. 3 x 1,5mm
    C131E474 = 0,47μF?ca. 3 x 1,5mm
    C153
    C154
    J106 = 10μF?ca. 3 x 1,5mm
    C208C105 = 1μF?ca. 3 x 1,5mm
    C10115μF10Vca. 4mm Beinabstand
    C1124,7μF10Vca. 3mm Beinabstand



    Ich werde mich erst einmal den runden Alu-Kondensatoren anfangen.

    Womit ersetzte ich die am besten? Ich habe mich mal durch Mouser geklickt und bin bis jetzt auf folgende Möglichkeiten gestoßen:

    1. Die selbe Bauform (Can) aber welche Kategorie wähle ich? "Aluminium Elektrolyt" "Aluminium Polymer"? Bestimmten Hersteller bevorzugen?

    2. Keramik-Kondensatoren. Sind recht kompakt, würden aber gut auf die Lötstellen passen.


    Wäre es überhaupt in Ordnung einfach einen anderen Kondensator-Typ zu nehmen? Ich meine, Kondensatoren werden ja noch nach vielen anderen Eigenschaften eingeteilt.

    Eure Einschätzung ist mir hier willkommen!



    Später soll es mit den kleineren Kondensatoren weiter gehen. Wobei ich mich vermutlich schon im Grenzbereich des Machbaren bewege - zumindest mit meiner Ausrüstung. Aber generell halte ich es für zu schaffen. Die Teile sind recht gut zugänglich und nicht verbaut. Eventuell brauche ich eine feinere Lötspitze.


          

    Einmal editiert, zuletzt von 919guy () aus folgendem Grund: Tabelle korrigiert

  • Al-Elektrolyt ist korrekt, Al-Polymer ist teuer und unnötig für dieser Zwecke und schlecht für Signalkoppelung/Audioschaltung (Leckstrom von Polymer-C ist nicht niedrig)


    Keramikkondensator statt Elko geht in meiste Fälle gut, nur in Audioschaltung (Mikrofonie , je nach Typ) ist nicht unproblematisch.




    Mindenst C101 undC112 (in dieser Bild) ist Elko, restlich ist Tantal-Elektrolytkondensator, der man besser in Ruhe lassen soll.


    100108-cluster-jpg

    2 Mal editiert, zuletzt von matt ()

  • Mindenst C101 undC112 (in dieser Bild) ist Elko, restlich ist Tantal-Elektrolytkondensator, der man besser in Ruhe lassen soll.

    Ja, in meinem anderen Laufwerk ist der C101 ausgelaufen.
    C101 und C112 sind flachgelegte Alu-Tonnen.


    Aber explodieren die Tantal-Elektrolytkondensator nicht gerne :?:

  • Mach einfach keine Sorge mit Tantal und Explosion.


    Also, mir ist Sony CDU31A zugelaufen, Vorgänger von CDU33A


    Allerdings ist Problem genauso gleich.
    Ich habe Produktionsdatum May 1993 gesehen und direkt geöffnet.


    Schau auf erste Blick okay aus. (nach etwas strenge Blick doch NICHT...(ich habe allerdings aufgrund Baujahr 1993 bereits erwartet)




    Nö, so schaut niemals aus.



    dito..

    Einmal editiert, zuletzt von matt ()

  • Ich melde mich zurück und verkündet: Operation geglückt, Patient lebt


    Hier ist Schaden wirklich minimal, aber kurios: alle 6 große SMD Elko kann ich einfach runtergepopeln. (ganz leicht ansstupsen, der fällt ab ! )


    100µF SMD Elko habe ich neue da.
    4,7µF 10V habe ich durch 4,7µF 25V Tantal ersetzt
    10µF 6.3V ist durch 10µF X5R Kerko ersetzt.
    15µF 10V ist durch 10µF X5R Kerko ersetzt (Ja, das ist keine professionelle Vorgehensweise. 20-30% ist bei Elko in der Regel nicht sehr kritisch)
    10µF 16V durch 10µF X5R Kerko
    1µF 50V durch 1µF X5R Kerko ersetzt.
    47µF 25V ist durch 47µF 25V Tantal ersetzt.

    Ich habe es mit rumliegende (Neu-)Teil bzw Platinenschrott mit Tantal repariert



    Gerade wird Win95 auf Compaq_Kernschrott installiert. (Compaq Kernschrott hat Sony CDU77E Laufwerk, ist leider tot , Optik-System)

    3 Mal editiert, zuletzt von matt ()

  • Also Patient doch tot trotz gelungener OP? ;(

    Ich habe auch schon meine Ersatz-Elkos bekommen. Außer ein Exemplar welches ich durch eine Keramik-Variante ersetzen werde, da es keine passende Elko-Variante dort gab. Werde aber erst nächste Woche dazu kommen.



  • Ich habe CDU31A auf Compaq Deskpro XE getestet und Win95 installieren lassen (via Win95 Bootdiskette mit Menu-Auswahl für CD Laufwerke)
    DeskproXE entpuppt ja fast als Kernschrott: CPU, RAM und L2 Cache ist funktionsfähig, sonst hat fast jedere Teil Defekte.

    Aber Windows95 läuft stabil auf Compaq Kernschrott und CDU31A glänzt mit gute Funktion.


    Ich schrieb schon: Operation geglückt, Patient lebt.

    EDIT: https://www.manualslib.com/dow…5/Sony-Cdu31a-Series.html
    Da gibt Schaltplan für CDU31A,, inkl. Erklärung, wie CD Laufwerke eingestellt wird.

    2 Mal editiert, zuletzt von matt ()

  • übrigends,bei CDU33A von wolfig.sys aus Mitte 1994 zeigt eindwandfreie dichte SMD Elko.

    Meine beiden Exemplare sind Anfang 1994 (Januar und Februar) und sind betroffen.

    Eine Platine habe ich nun fertig und das Laufwerk funktioniert wie es soll. Das andere nehme ich mir demnächst noch mal vor.

          

  • Ich schrieb schon : ab 1995 ist man auf quasi sichere Seite. 1994er Baujahr ist SMD Elko Roulette, je nachdem wie alt Charge von Kondensator ist.
    1995er Gerät mit SMD Elkopest ist aber nicht ausgeschlossen, öfter bei ELSA gesehen.. (wohl hatte ELSA große Lager mit Bauteile gehabt.. )



    Super, Laufwerkoperation gelungen, Patient lebt :super

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